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Ein Stück über Vorurteilel, Fremdheit und Toleranz von Nick Wood

„Wie bringt man hier jemand dazu, einem zuzuhören? Meint ihr, sie hat mich verstanden? Ich spreche doch Deutsch, nein? Und auch ganz gut. Ich spreche nicht leise, ich spreche sehr deutlich.“ Eine junge Frau kommt ins Klassenzimmer. Sie will den Schülern etwas erzählen, muss aber warten, bis es der Schulleiter erlaubt. Warten also. Da kann sie ja schon einmal ein bisschen erzählen,zum Beispiel Geschichten, die sie zu den vielen Gegenständen erfindet, mit denen ihre Tasche vollgestopft ist. Geschichten mit Happy End, anders als ihre eigene. Zum Beispiel darüber, dass sie auf ältere Männer steht, dass sie in Hamburg lebt, jetzt zumindest. Darüber, dass sie nicht mehr in ihrem Heimatland lebt, weil dort um sie und ihre Familie eine Mauer gebaut wurde, weil sie scheinbar eine gefährliche Seuche haben, die dazu führt, dass man den Leuten aus der Hand lesen will, sie bestiehlt und alles schmutzig macht. Und darüber, dass sie eine Schwester hat, die verschwunden ist und nach der sie nun verzweifelt sucht. Aber „wie bringt man hier jemand dazu, einem zuzuhören?“

Mia ist ein aufwühlender Monolog eines Roma-Mädchens über die Flucht aus der Heimat und die Flucht in Deutschland vor Anfeindung und Gewalt. Dabei enttarnt er nicht nur Vorurteile und Ängste gegenüber Fremdheit und Andersartigkeit, sondern wird zum berührenden Plädoyer für Toleranz, Mut und Hoffnung, das weit über die Erzählung eines Einzelschicksals hinausgeht.

Freitag, 26. Januar 2018 um 20.00 Uhr


 

THEATER IN DER WERKSTATT

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